BILDER95THESEN

95 Bilder in 95 Wochen zu 95 Thesen: Das ist die Kirchenkunst-Aktion des Künstlers Henning Diers. Beginnend in den Kirchen der Samtgemeinde Hoya und in Haßbergen, wächst dieses Kunstwerk in die Welt.

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Wecholder Luther-Spectaculum begeistert auf ganzer Linie


Luther - leibhaftig in Wechold - Das erlebten jetzt zahlreiche Besucher des Luther-Spectaculum in der Wecholder Kirche. 

Gleich von Anfang an zogen der Wecholder Spontanchor, unter der Leitung von Pastorin Friederike Werber, die Besucher in ihren Bann. Die Sänger nahmen die Menschen in der annähernd voll besetzten Kirche mit auf eine Zeitreise, zurück ins Mittelalter in das Atelier des Malers Lucas Cranach. Dort fand sich Dr. Martin Luther höchstpersönlich ein, um sich von dem Künstler porträtieren zu lassen. Cranach, der passend vom Hasseler Künstler Henning Diers gespielt wurde und Luther, der überzeugend durch Hermann Beermann verkörpert wurde, gaben im freundschaftlichen Dialog einen Überblick über Luthers Werk - immer im Blick die Reformation und die untrennbar damit verbundenen 95-Thesen. 

Der Spontanchor nahm den Dialog auf und so entstand ein in sich stimmiges Zwiegespräch zwischen den Sängern und den Schauspielern. In dem musikalischen Wechselspiel bezogen die Protagonisten oftmals auch ihre Zuhörer mit ein, die sich ebenso sangesfreudig gaben, wie der Spontanchor. Und quasi nebenbei entstand im Atelier des Cranach, vorne im Altarraum, durch Henning Diers ein Porträt Luthers. 

Diejenigen unter den Zuschauern, die der Kirchenkunstaktion Bilder-95-Thesen“ folgen, dürften sich gefragt haben, ob dieses Bildnis Luthers das 94. Thesenbild sein könnte - doch weit gefehlt. Das Thesenbild des Abend kam mit der Post. Jawoll, mit der Post, denn es traten in dem Luther-Spectaculum nicht nur der Chor, Cranach und Luther auf, sondern auch Thomas Müntzer und drei sympathische „Tratschweiber“ hatten einen kleinen Auftritt und eben ein stilecht auftretender Postbote. Dieser regte sich noch dazu sehr über die fehlenden Hausnummern in der Gemeinde Hilgermissen auf, was von den Besuchern - denen diese real existierende Politikum durchaus bekannt ist - schmunzelnd zur Kenntnis genommen wurde. Aber, wie auch im richtigen Leben, gelang es der Post dieses wichtige Paket mit Thesenbild zuzustellen. Natürlich nur gegen eine schwungvolle Unterschrift des Künstlers höchstselbst.


Mit begeistertem Applaus belohnten die Gäste am Ende des Luther-Spectaculum dann auch die gekonnte Aufführung.

Den Abschluss bildeten sehr persönliche Worte, unter anderemss von Pastorin Friederike Werber, die sich bei allen Beteiligten namentlich für diesen Abend bedankte.

Im Anschluss daran gab es noch Gelegenheit bei einem Glas Wein und einigen Knabbereien das Spectaculum in der Kirche gesellig ausklingen zu lassen.

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Das Thesenbild widmet sich der 94. These:

"Man muss die Christen ermutigen, darauf bedacht zu sein, dass sie ihrem Haupt Christus durch Leiden, Tod und Hölle nachfolgen." 


Weitere Bilder in der "Galerie: Veranstaltung"

Bild: Szenen des Luther-Spectaculum

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Abschluss-Gottesdienst


„Das Ende ist nah!“

Das große Bilder-Finale: Jetzt wird gefeiert!

Infos zum Abschlussgottesdienst am 29.Oktober in Wechold

Stand: 26. Sept. 2017


„Das Ende ist nah“, könnte man jetzt, etwas verschmitzt, mit Blick auf die derzeit hier in der Region laufende Kirchenkunstaktion sagen.

Seit Anfang 2016 entstehen Woche für Woche, jeweils Bilder zu den einzelnen Thesen, die Dr. Martin Luther 1517 in Wittenberg schrieb und die maßgeblichen Anstoß zur Reformation gaben.

Stück für Stück, These um These, Bild um Bild wuchs diese bundesweit einmalige künstlerische Auseinandersetzung mit Luthers Thesen, um nun zum großen Finale zu kommen: Am 29. Oktober ist es in der Wecholder St. Marien Kirche soweit. An diesem Tag werden erstmals alle 95 Thesenbilder in einem Abschlussgottesdienst, dem großen Finale, zu sehen sein. 

Diese Bilderreihe, die unter dem Namen „Bilder95Thesen“ durch den Künstler Henning Diers entsteht, besteht nicht nur aus den 95 einzelnen Bildern, sondern kommt in seiner Gesamtheit zu einem Kunstwerk zusammen: Letzten Endes wird aus den 95 einzelnen Bildern im Format 30 x 90 Zentimetern ein großes, als gemeindeverbindendes Kunstwerk in der Größe von 4,50 x 5,70 Meter entstehen. Und genau dieses Gesamtkunstwerk wird am 29. Oktober erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. 

Im Rahmen dieser Veranstaltung bietet die Kinderkirche Wechold in der Zeit von 12 bis 14 Uhr eine Kinderbetreuung im örtlichen Gemeindehaus an, die unter dem Motto „Wir gestalten das 96. Thesenbild“ steht. 


Der Gottesdienst beginnt am 29. Oktober in Wechold um 14 Uhr. Schon vorher können Anreisende sich gerne bei einem Mittagsimbiss stärken, der ab 12 Uhr angeboten wird. 

Und auch nach dem Gottesdienst sind kulinarische Angebote in Planung.

An dem Gottesdienst beteiligen sich die jeweiligen Projektverantwortlichen der teilnehmenden und ausrichtenden Kirchengemeinden aus Bücken, Eitzendorf, Eystrup, Hassel, Haßbergen, Hoya, Hoyerhagen, Magelsen und selbstverständlich Wechold. Für die musikalische Begleitung  sorgen unter anderem die Posaunenchöre der Region.

Der feierliche Höhepunkt wird die Enthüllung des Gesamtkunstwerkes sein.


In der Bilderserie „Bilder95Thesen“ widmete sich Henning Diers in einer malerisch-gestaltenden Auseinandersetzung den nunmehr 500 Jahre alten Thesen Martin Luthers. Dabei setzte sich der Künstler zum Ziel, die alten Thesen inhaltlich und künstlerisch in die heutige Zeit zu transportieren. Dabei übernimmt der theologische Laie auch gerne tagesaktuelle politische Ereignisse, die er mit künstlerischer Freiheit umsetzt.

Zum Reformationsjubiläum 2017 kommt diese Kunstaktion nun in einem würdigen Abschlussgottesdienst zu ihrem künstlerischen Schaffensende.


N. Anette Steuer

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These 90

Abendgottesdienst in der St.Martins-Kirche in Nienburg. Pastor Marco Voigt begrüßt etwa 80 Besuchende, dazu die Nienburger Kantorei und das Nienburger Kammerorchester – beides unter der Leitung von Christian Scheel. Von einer angekündigten Kunst-Aktion ist nichts zu sehen..

Während des Kyrie baut plötzlich Henning Diers eine Art Plakatwand auf und beginnt, auf diese einen Slogan zu kleben : WER STOPPT ERDOGAN ? . Direkt auf dieses Plakat schreibt er mit greller Farbe : ZU WEIT WEG . Es folgen weitere zum Teil wuchtige Aussagen, die jeweils mit der Gegenthese überschrieben werden : Cannabis freigeben – Alkohol verbieten, Kinder im Gottesdienst - …und er segnete sie. , Gauland traut sich wenigstens – braune Gefahr, 2. Chance für S.Edathy – unverzeihlich oder Waffen in die Ukraine – PEACE.

Die Gemeinde wird in der Predigt von Pastor Voigt zwar auf die Spur gebracht, die 90. These wird aber noch nicht erwähnt. Die Frage, was das für Meinungen, für Argumente sind , verschwindet – je mehr es werden – hinter der Methode, dem Umgang mit diesen grenzwertigen Slogans. In den Köpfen der Besuchenden wird dieses Wechselspiel sich wohl ebenso irgendwann zu einem weiterführenden Gedanken entwickelt haben : wie gehe ich mit der Meinung anderer um ?

Erst nach dem Segen wurde an alle ein kleiner Zettel mit dem Text der 90. These Martin Luthers verteilt und beim Kirchentee konnten die austauschenden Gespräche beginnen.

Henning Diers





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Das Bücker KüchenStudio, oder Predigt mit Zucker

These 88: Bücken


In dieser These geht es um Stückchen. Und das wo man doch auch alles haben kann. Aber warum rückt der Papst nur mit kleinen Stückchen Erlass oder Vergebung heraus? Warum denn nicht alles?

Diese Frage stellte sich unser Künstler und baute zuerst aus bestem Norddeutschen Würfelzucker eine Kirche, die er dann flugs im Kochtopf verschwinden ließ…

Das Ende vom Lied, beziehungswiese des Einschmelzens: Zuckerguss!

Und dieses süße Zeug verteilte Henning Diers auf einem Kuchen, den er gemeinsam mit Bückens Pastor Paul Gerhard Meißner dann an die Zuschauer verteilte: Kostenlos.

darauf gab es anschießend einen kräftigen Schluck guten Bieres. Prost!


Ach ja: Das Thesenbild ist das Kuchenblech!


Die 88. These: 

"Wiederum: Was könnte der Kirche einen größeren Vorteil verschaffen werden, wenn der Papst, wie er es einmal tut, hundertmal am Tag jedem Gläubigen diese Erlässe und Anteile gewährte?“


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Bild: Weitere Bilder in der Veranstaltungsgalerie

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Vergebung?


These 87: Magelsen


Naaa, haben wir schon mal was kaputt gemacht?

Und wünschten wir uns dann nicht jemanden, der uns (nach ggf. angebrachter Schelte) schnell wieder vergibt?

Wünschen wir uns in der großen Not des "Danebengehens" nicht schnellstens jemanden der uns in den Arm nimmt?


Na, heute schon vergeben?


Die 87. These: 

"Wiederum: Was gibt der Papst denen als Erlass oder Anteil, die durch vollkommene Reue ein Recht auf vollen Erlass und vollen Anteil haben?"



PS: Jesus wurde mal gefragt wie oft man den seinem Gegenüber vergeben soll. Und das ging dann so: 

„Da trat Petrus hinzu und sprach zu ihm: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist's genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.“

(Matthäus 18, 21+22)


Und weißt du was? Das ist nicht leicht und manchmal klappt das auch nicht, oder nur schlecht. Trotzdem: Immer wieder versuchen.

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Bild: Bildausschnitt These 87

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Die These aus dem Stall

These 86: Drakenburg

In dem herrlichen Ambiente des Rittergutes Drakenburg luden die Kirche und der Heimatverein zum Reformationsfest. 

Neben allerley Volkesbelustigung, Speisen und Getränken, gab es im alten Stall hohe Kunst zu bewundern. Henning Diers malte dort für die Drakenburger Patengemeinde, das aktuelle Thesenbild Nummero 86.


Die 86. These lautet: 

" Wiederum: Warum baut der Papst, dessen Reichtümer heute weit gewaltiger sind als die der mächtigsten Reichen, nicht wenigstens die eine Basilika des Heiligen Petrus mehr von seinen eigenen Geldern als von denen der armen Gläubigen?"


Zum Thesenbild

Hier findet man Luther, sein wohl 'nöfzigstes Portrait' so Cranach, (ähem T'schudigung), Henning Diers. In der Hand hält Luther einen Spiegel, den er dem Betrachter vorhält. Er scheint dabei zu sagen: "Na, wie oft zeigst du mit dem Finger auf die anderen? Kehre lieber vor der eigenen Türe!"


Diese Botschaft bedarf wohl keiner weiteren Erklärung…

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Bild: Von der These 86

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Die reisende These

These 85: Magelsen / Wittenberg


Diese These findet ihr Zuhause in Magelsen und entstand in einem Zelt in Wittenberg, während einer Veranstaltung im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten.

Nachdem der Künstler von seiner Reise, zu der er standesgemäß ausgesendet wurde, zurückkehrte, schrieb er, dass die Sendung erfolgreich war. Im Himmelszelt der VELKD malte und moderierte er die Entstehung der These. Er stellte seinem Publikum das Kirchenkunstprojekt vor und verlas den Sendbrief. Aus einem etwa 1,50 x 1,50 Meter großen Bild wurde dann das Thesenbild herausgetrennt. Anschließend konnten sich alle geneigten Besucher kleine Stücke der Leinwand mitnehmen. 

Das Bild wird nun seinen Platz in Magelsen einnehmen.

Die These: 

" Wiederum: Warum werden die kirchlichen Bußsatzungen, die der Sache nach und durch Nicht-Anwendung schon lange in sich selbst außer Kraft gesetzt und tot sind, gleichwohl noch immer durch Bewilligung von Ablässen mit Geldern gerettet, als steckten sie voller Leben?“


Zum Thesenbild

Das gemalte Gerüst steht im Moor. In einer trostlosen Landschaft. Das Gerüst als Konstrukt 

trägt sich nur durch sich selber und hat eigentlich keine Funktion. Es steht da nutzlos herum. Nutzlos in einer toten Landschaft. Es tut so als hätte es was zu tun… Die Nichtanwendung, während rundherum alles totenstill ist. Leblos.


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Bild: Bilder zur These 85

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"Herr Käthe" war dabei

Aus Vertrauen leben: Gottesdienst zum Reformationsjubiläum


"auf.Recht" , so der Titel eines sympathischen Gottesdienstes der jetzt in der Kirche in Magelsen ausgerichtet wurde.

Die Verantwortlichen nahmen das Reformationsjubiläu zum Anlass, einmal einen Blick auf die Frauen in Verbindung mit der Reformation zu werfen. 

Und dabei traf dann Katharina von Bora ganz unprätentiös, aber eben sehr sympathisch auf Frauen von heute.


Und dann übernahm sie, gemeinsam mit Pastorin Friederike Werber noch die Aufgabe Henning Diers nach Wittenberg zu schicken.

Henning Diers bekam im Gottesdienst einen Brief der Gemeinde, mit vielen Unterschriften der Gottesdienstteilnehmer, mit auf den Weg, um sich in der Lutherstadt Wittenberg hinlänglich zu legitimieren. Dort wird das nächste Thesenbild (Nr. 85)  für Magelsen entstehen. 


„So, geht! Geht mit Gott, aber geht!“


Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch für alle die wollten einen guten, angemessenen Humpen Bier…

…natürlich „Herr Käthe Bier“. 


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Bild: "Herr Käthe..."

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Lug und Trug und Schall und Rauch!

Frage im Gottesdienst an die Besucher: „Wo steht die Liebe höher als das Geld?“

Und damit geht die Aufforderung an die Besucher, dass wer mag, seine Gedanken auf das Bild schreibt. Einige trauen sich und schreiben etwas auf. Spannende Gedanken. Gedanken die von Beziehungen handeln, von Schöpfung erleben und Nächstenliebe.

Um was geht es heute?

Werfen wir zunächst einen Blick auf die These: 

These 84: „Wiederum: Was ist das für eine neue Barmherzigkeit Gottes und des Papstes, dass sie einem Gottlosen und einem Feindseligen um Geldes willen zugestehen, eine fromme und Gott befreundete Seele loszukaufen? Gleichwohl befreien sie diese fromme und geliebte Seele nicht aus uneigennütziger Liebe um deren eigener Not willen.“

Worum geht es? Es geht scheinbar um’s Geld. Nicht um Nächstenliebe…

Mit Geld kann man hypothetisch alles kaufen. Versicherungen, um sich abzusichern und um sein Recht durchzuboxen. Man kann sich sein Leben angenehm gestalten. Essen, so viel wie man will, Luxus in und auf jede Art. Posten, Positionen, Macht und ein kleines bisschen fades Sein ist käuflich. 

Aber nicht von Dauer… das Herz giert immer nach mehr. Kein Frieden und schon gar kein zufrieden sein…

Aber was ist wenn dieses Geld mal nichts mehr bewegen kann? Für Geld gibt es nämlich keine echten Freunde, keine Gesundheit, keine einzige Sekunde mehr vom Leben.

Und auch Frieden innerer und äußerer Frieden ist nicht käuflich. 

Plötzlich ist Geld nur noch Schall und Rauch. 

Pastorin Melanie Simon geht in ihrer Predigt auf die ebendiese vermeintliche Sicherheit durch Geld ein. Sie berichtet von Pilgern die ihre Sicherheit loslassen, um auf dem Pilgerweg auch die eigene Verletzlichkeit und Abhängigkeit zu erfahren. 

Währenddessen malt Henning Diers seine Sichtweise der 84. These.

Ein mit Geld beklebter Papierwürfel im Bild, der noch dazu mit Worten wie „Rente“ und „Versicherungen“ beschrieben ist fällt während des Malprozesses (planmäßig) in sich zusammen. Das Bild wird dunkel. Aber am oberen Rand erscheint etwas Helles, eine Art Schale. Henning Diers sagt später dazu: „Geld, Versicherungen und eben die Rente sind nicht sicher. Sie bieten nicht haltbares. Sie fallen letztlich in sich zusammen. Es bleibt, wie im Bild zu sehen, nur ein Haufen übrig… Nichts was Substanz hat.“

„Das unerwartete Andere, das Helle, findet sich an anderer Stelle“, führt Diers aus. „Die Fülle ist woanders.“ (Im Bild ist sie oben…!)

Und das wusste Luther natürlich auch.

Die Fülle ist woanders.

Seelenheil gibt es für kein Geld der Welt. Und doch wurde genau damit gehandelt. 

Purer Eigennutz führt oftmals dazu das sich Menschen zum Kauf des Ablasses hinreißen ließen. 

„Fegefeuer? Nein danke…“

Lug und Trug. 

Gnade ist bei Gott. 

Und die ist nicht käuflich.  Definitiv nicht. 

Die gibt es umsonst. 

Bei Gott.

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Bild: Aus dem Gottesdienst mit Livemalerei

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These 83, Teil 2.


Die These Nummer 83:

Wiederum: Warum bleibt es bei den Messen und Jahrgedächtnissen für die Verstorbenen, und warum gibt er die dafür eingerichteten Stiftungen nicht zurück oder erlaubt deren Rücknahme, wo es doch schon Unrecht ist, für [vom Fegfeuer] Erlöste zu beten?



Dominiert wird das Bild zur aktuellen These durch die in einzelnen Fächern stehende Figuren. "Von der obersten Figur, die den Papst darstellt, winden sich ornamentierte Bänder zu schemenhaft angedeuteten Menschen hin. Diese durch helle Umrisse gekennzeichneten Menschen sind Seelen, die mit dem Papst verbunden sind, die re auch nicht loslässt“, sagt Henning Diers erklärend zu seinem Bild.

Unterhalb des Papstes stehen, entsprechend der mittelalterlichen Ständeordnung verschiedene Figuren.


Erklärung: 

Die im Mittelalter verbreitete Ständeordnung orientierte sich am französischen Vorbild und umfasst eigentlich drei Stände: Die Geistlichkeit, den Adel und die freien bauen (später auch Bürger).

Die weitere Gliederung richtet sich nach der Art des Broterwebs (Handel/Handwerk), dem Stand innerhalb einer Familie (Patriarch, Ehestand, Knecht) und die Rechte, die jemand hat (Bürger/Häusler).

Mit seinen dargestellten Ständen verweist Diers auf den „Aufstieg“ den Luther vollzog, in dem er in den Stand der geistlichen Obrigkeit hinauf wechselte. Luthers Vater war ursprünglich Bauer, der später zum Ratsherren aufstieg. Ein Wechsel der Stände war jedoch in der Regel mit hohem finanziellen Aufwand verbunden.


Henning Diers widmet sich in seinem Bild zum einen der scheinbar untrennbaren Zwangsverbundenheit der Seelen mit dem Papst und zum anderen den mittelalterlichen Einordnungen der Menschen. Das Freikaufen der Seelen und/oder Wechseln der Stände versinnbildlicht er mit einem zu einem Herzen geformten Centstück im oberen Bildteil das als eine Art Tor gehalten ist. 


Bild: Bildausschnitte These 83

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