BILDER95THESEN

95 Bilder in 95 Wochen zu 95 Thesen: Das ist die Kirchenkunst-Aktion des Künstlers Henning Diers. Beginnend in den Kirchen der Samtgemeinde Hoya und in Haßbergen, wächst dieses Kunstwerk in die Welt.

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Jetzt wird es ironisch

These 38:  18. Sept. 2016, Magelsen


Die 38. These: „Was aber der Papst erlässt und woran er Anteil gibt, ist keineswegs zu verachten, weil es – wie ich schon sagte – die Kundgabe der göttlichen Vergebung ist.“


Werfen wir mal einen Blick auf das Bild. Man sieht ein Auto, genauer ein Papamobil. das ist das Fahrzeug, mit dem der Papst durch die Menschenmenge fährt. 

Hier, im Bild, steht es mitten auf einem verschlungenen Weg. Ohne Räder. 

Doch, wie ist es überhaupt soweit gekommen? 

Einen Wagen ohne Räder zu bewegen ist doch äußerst mühsam. Da muss man ziehen, schieben, schleppen und kommt doch kaum voran… 


Diesmal wird es ironisch“, kündigte Henning Diers schon vor der Bildvorstellung an.


Der Künstler erklärt: „Eigentlich macht der Papst ja alles richtig - Luther lobt ihn sogar in seiner These. Aber den entscheidenden Bezug hat er vergessen: Das Evangelium. 

Denn Glaube ohne Evangelium, beziehungsweise ohne die vier Evangelien, ist wie ein Wagen ohne Räder. Und Evangelium bedeutet für Luther, dass Gott mich aus reiner Gnade gerecht spricht. 

Das heißt, dass ich mir meinen Wert vor Gott nicht verdienen kann. Der wird mir durch Jesus Christus geschenkt.“ Und weiter: „Wenn ich das nicht weiß, muss ich ziehen, schieben, schleppen… und immer versuchen, mir und anderen zu beweisen, was ich wert und wozu ich gut bin.“

Unten im Bild sieht man eine Rose mit einem Kreuz darin. 

Ein Hinweis auf Luthers Wappen, die Lutherrose: In der Mitte das Kreuz, das Evangelium von Jesus Christus. Darum herum ein Herz. 

„Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht.“ (Römer 10,10) 

Darum herum eine Rose, um zu zeigen, dass dieser Glaube, wenn er von Herzen kommt, Freude, Trost und Frieden gibt. Keine rote Rose, sondern weiß, die Farbe der Engel. 

Und das Ganze in einem himmelblauen Feld, weil es der Anfang der himmlischen Freude ist. 

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Bunt und zuversichtlich...


These 37: "Jeder wahre Christ, lebend oder tot, hat, ihm von Gott geschenkt, teil an allen Gütern Christi und der Kirche, auch ohne Ablassbriefe."

Das klingt gut, finde ich. Das schafft Zuversicht, oder?
Aber, was ist Zuversicht überhaupt? Und wie sieht sie aus...?
Schonmal darüber nachgedacht?
Ich denke es lohnt sich!
Stellen Sie sich einmal vor, wie Ihre ganz persönliche Zuversicht aussehen könnte. Haben Sie eine Idee? 
Hennig Diers fragte während seines Aufenthaltes in Schweden seine Mitreisenden nach den Bildern mit den sie Zuversicht verbinden.
Herausgekommen ist diese sehr besondere These (Siehe Galerie: Thesenbilder).
Lassen Sie sich davon inspirieren...
...aber lassen Sie sich auch von Gottes Wort begeistern. 
Und schon im Duden zeigt sich die lebensbejahende Zuversicht:

Zu̱·ver·sicht, die 
Substantiv, feminin
Bedeutung: Festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen
Lautschrift: [ˈt͜suːfɛɐ̯zɪçt]
  • Zuversicht = Vertrauen, dass etwas Positives geschehen wird. 
  • Zuversicht = Vertrauen darauf, dass das was man tut, erfolgreich sein wird oder mindestens doch zum Guten beitragen wird. 
  • Zuversicht = Vertrauen in die gute Absicht der anderen haben
  • Zuversicht = Tiefes Gottvertrauen. Die am tiefsten gegründete Zuversicht geht davon aus dass hinter allem ein Wirken eines Göttlichen steht und dass wir ein Teil dieses göttlichen Wirkens sind.
  • Zuversicht = Glaube
  • Zuversicht = Hoffnung
  • Zuversicht = Optimismus
  • Zuversicht = Lebensbejahung


Unter Gottes Schutz

Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, der kann bei ihm, dem Allmächtigen, Ruhe finden. Auch ich sage zu Gott, dem Herrn: "Bei dir finde ich Zuflucht, du schützt mich wie eine Burg! Mein Gott, dir vertraue ich!" Er bewahrt dich vor versteckten Gefahren und vor tödlicher Krankheit. Er wird dich behüten wie eine Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt. Seine Treue schützt dich wie ein starker Schild. Du brauchst keine Angst zu haben vor den Gefahren der Nacht oder den heimtückischen Angriffen bei Tag. Selbst vor der Pest, die im Dunkeln zuschlägt, oder dem tödlichen Fieber, das am hellen Tag die Menschen befällt, fürchtest du dich nicht. Wenn tausend neben dir tot umfallen, ja, wenn zehntausend in deiner Nähe sterben - dich selbst trifft es nicht! Mit eigenen Augen wirst du sehen, wie Gott es denen heimzahlt, die ihn missachten. Du aber darfst sagen: "Beim Herrn bin ich geborgen!" Ja, bei Gott, dem Höchsten, hast du Heimat gefunden. Darum wird dir nichts Böses zustoßen, kein Unglück wird dein Haus erreichen. Denn Gott hat seine Engel ausgesandt, damit sie dich schützen, wohin du auch gehst. Sie werden dich auf Händen tragen, und du wirst dich nicht einmal an einem Stein verletzen! Löwen werden dir nichts anhaben, auf Schlangen kannst du treten. Gott sagt: "Er liebt mich von ganzem Herzen, darum will ich ihn retten. Ich werde ihn schützen, weil er mich kennt und ehrt. Wenn er zu mir ruft, antworte ich ihm. Wenn er keinen Ausweg mehr weiß, bin ich bei ihm. Ich will ihn befreien und zu Ehren bringen. Bei mir findet er die Hilfe, die er braucht; ich gebe ihm ein erfülltes und langes Leben!"

(Psalm 91)



11. September 2016

Bild: Bildausschnitte These 37

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Liebe Freunde und Unterstützer,

heute habe ich gute Nachrichten: Die sich abzeichnenden Schwierigkeiten im Hinblick auf eine mögliche Urheberrechtsverletzung konnten freundlich und einvernehmlich gelöst werden!

Es wurden gute Gespräche geführt und eine ebenso gute Lösung erarbeitet.

Trotzdem müssen wir noch einmal darauf hinweisen, dass das hier gezeigte Material (Bilder, Texte und ähnliches) nicht frei verfügbar ist und auch keiner sogenannten „Creative Commons-Lizenz" unterliegt! 

Da bedeutet also, das alles hier auf dieser Webseite dargestellte Material ausschließlich durch das Urheberrecht geschützt sind. Eine Nutzung, in jedweder Form, ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt. 

Im Impressum finden Sie nähere Angaben dazu. 

Wenn Sie also, wie auch immer, Teile (Bilder/Texte, oder andere Darstellungen) dieser Internetseite nutzen wollen, schreiben Sie Henning Diers und/oder mich (N. Anette Steuer)  über die Kontaktmöglichkeiten an. 


Wir sind zuversichtlich das wir alle, bei gegenseitigem Respekt und vertrauensvoller Zusammenarbeit, noch sehr viele gute, spannende und inspirierende Momente mit dieser fantastischen Kirchenkunst-Aktion haben werden.

Vielen Dank!


PS: Mit dem Wort „zuversichtlich“ habe ich schon mal eine Fährte zur These 37 gelegt…

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Bild: Anette Steuer

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Ein Hinweis...


...aus gegebenem Anlass weisen wir heute auf Themen wie Copyright und Urheberrechte im Bezug auf unsre Internetseite hin.

„Alle Inhalte, auf dieser Internetseite insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken sind  urheberrechtlich geschützt!“

Das bedeutet das sich jemand, der ohne schriftliche Genehmigung Material dieser Seite verwendet, strafbar macht (§ 106 ff Urhebergesetz) und gerichtlich verfolgt werden kann! 

Nähere Angaben dazu finden sich im Impressum.

Wir, die an dieser Aktion Beteiligten, freuen uns immer wieder über das tolle Feedback zu unserer Kirchenkunst-Aktion. Sehr oft schwingt eine ungeheure Wertschätzung und Liebe sowie Respekt vor dieser Arbeit dabei mit. Der Künstler Henning Diers schafft hier ein einzigartiges Kunstwerk das seinesgleichen sucht. Und das darf ich ohne Übertreibung sagen. Wir reden hier über verbindliche und zugleich faszinierende Kunst. Und wir wollen hier diese Kunst zeigen und alle unsere Freunde und Unterstützer mitnehmen.

Dazu müssen und wollen wir auf gegenseitigen Respekt und Anerkennung hoffen. 

Und das beinhaltet auch den Respekt vor den Inhalten dieser Internetseite.

Vielen dank für Euren Respekt und die Treue und Freundschaft!

N. Anette Steuer

12.Sept. 2016

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Gottes Liebe kostet nix

These 36: 4. Sept. 2016 - Wechold


Der Künstler ist nicht da.
Also, er ist am heutigen Sonntag leider nicht in Wechold. So bittet er mich (die Autorin dieser Zeilen) kurzerhand das Bild mit in den Gottesdienst zu nehmen. 

Als Henning Diers mir sein aktuelles Thesenbild zeigt, bin ich mal wieder von der künstlerischen Ausführung begeistert. Auch dieses Bild prägen starke Elemente der plastischen Malerei, die Henning oft einsetzt, um besondere Akzente zu setzen. 

Kurz und gut: Der Künstler steht mit dem Bild in der Hand vor und erklärt, um was es seiner Ansicht nach geht. Als Basis dient aufgeklebtes Papyrus. Darauf malte Henning Diers, bis auf eine kleinen oberen Abschnitt und eine winzige Öffnung links im Bildrand, das gesamte Motiv. Man erkennt eine große, dicke Mauer und davor liegt ein breiter Weg. Rote Farbtupfer säumen den Weg. „Das ist Siegellack“, erklärt er. Bei genauem Hinsehen erkennt man einen weiteren, schmalen Weg am linken Bildrand, der zu einer ebenso winzigen Öffnung in der Mauer führt. An dem Bild hängt ein kleines Säckchen. „In dem genähten Beutel befindet sich ein Siegel“, so der Künstler. 

„Die Ablassbriefe wurden auf Papier geschrieben und anschließend gesiegelt. Oftmals wurde jedoch, über die Zeit hinweg, das Siegel brüchig. Damit bei amtlichen Schreiben die Gültigkeit die durch Siegel dargestellt wurde nicht hinfällig wurde, nähte man ein Siegel in einem kleinen Säckchen ein und hängt es an die Schriften. So auch bei den Ablässen“, erläutert der Maler. „Dieses Motiv habe ich hier aufgenommen und genauso verfahren.“ Bezugnehmend auf das Motiv erklärt er mir: „Bei meinen Überlegungen zur heutigen 36. These kam ich auf eine Bibelstelle aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 7, die Verse 13 und 14. Dort heißt es: ‚Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!‘ Diese Bibelwort wurde Grundlage für das Bild.“

Mit dem Siegellack markierte Henning Diers den breiten Weg auf dem Bild. „Das ist der einfache Weg. Der, den alle nehmen. Meistens ohne nachzudenken. Es wird einfach der Masse gefolgt. Weil es einfacher zu sein scheint. Doch hat dieser Weg im Bild kein Ende. Niemand weiß wohin die Reise geht. Es geht immer an der Wand lang. Ohne das man das erkennt was dahinter liegt.“ Der kleine Weg, der am Bildrand erkennbar ist, mündet in der einzigen erkennbaren Öffnung in der Mauer. „Dahinter liegt das Paradies. Ein lohnendes Ziel.“ 

Luther schreibt in der 36. These: „Jeder wahrhaft reumütige Christ erlangt vollkommenen Erlass von Strafe und Schuld; der ihm auch ohne Ablassbriefe zukommt.“

Als ich dann am heutigen Sonntag in der Wecholder Kirche stehe und das Bild und Hennings Gedanken vorstelle, ziehe ich eine weitere Linie, hin zu Christus. Immerhin war es Luther ein Anliegen darauf hinzuweisen das man wahre Vergebung nur von Jesus geschenkt bekommen kann. Nur wer den Tod Jesu am Kreuz und die damit einhergehende Sündenvergebung für sich persönlich annimmt, nur der wird mit Gott versöhnt. 

Gott will sich um uns kümmern. Er bietet seine Hilfe an. Wir Menschen sind ihm wertvoll. Der heutige Predigttext, nachzulesen bei Matthäus 6,25-34, zeigt das auf sehr eindrückliche Weise. Und auch die zum heutigen Sonntag gehörende Lesung aus 1.Petr 5,7 lädt dazu ein, bei Gott abzuladen und sich von ihm versorgen zu lassen. 

„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Johannes 3,16).

Und Gottes Liebe kostet kein Geld. 

Das kann sich jeder leisten.


Bild: Kristina Steuer

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"Leere Worte oder aufrichtige Reue?"

These 35: 28. August 2016 - Hoya

„Aus Liebe zur Wahrheit und im Verlangen, sie zu erhellen…“ so beginnt die Einleitung Luthers zu seinen 95 Thesen. Luther lud ein, sich auf die Spur eines, aus seiner Sicht, gewaltige Betrugs zu machen: dem Ablasshandel.

In seinem Glaubensleben spielte Gott anfänglich die Rolle eines harten und strafenden Gottes. Vor diesem Albtraum musste man Angst haben. Doch musste man wirklich Angst haben? Luther ließ nicht locker. Bis er irgendwann an einem Wendepunkt ankam und Gott begann als einen liebenden, gnädigen Gott kennenzulernen. Der Beginn der Erkenntnis der Wahrheit.

Die aktuelle These macht den Unterschied deutlich. "Leere Worte oder aufrichtige Reue?"

Also, die göttliche Sündenvergebung sieht so aus:

„Denn durch das Sterben Jesu am Kreuz sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir Gottes unermesslich grosser Gnade, mit der er uns so reich beschenkt hat." Das steht so in der Bibel (Epheser 1.7).

In der römisch-katholischen Kirche sieht das so aus:

Unter Beichte versteht man das Sündenbekenntnis als solches. (Auf das Bußsakrament gehen wir an dieser Stelle nicht ein. Die Red.) Für eine gültige Beichte müssen fünf Voraussetzungen gegeben sein: Gewissenserforschung, Reue, guter Vorsatz, Bekenntnis und Wiedergutmachung.

Die Reue ist dabei der wichtigste Teil. Ohne Reue ist eine Vergebung der Sünden nicht möglich. Was man nicht bereut, kann man nicht gültig beichten. Ergo unterscheidet die katholische Kirche zwischen der vollkommenen Reue (aus Liebe zu Gott) und der unvollkommenen Reue. Die vollkommene Reue ist der Wunsch des frommen Herzens, sich aus Liebe zu Gott ganz von der Sünde abzuwenden und im Vertrauen auf Gott sich der Liebe Christi zuzuwenden. 

Bei der unvollkommenen Reue kann auch die Angst vor ewiger oder zeitlicher Strafe durch Gott oder die Angst vor der Verfehlung des ewigen Ziels überwiegen.

Doch Angst vor Gott und/oder dem Fegefeuer ist kein guter Berater wenn es um die Beichte geht. 

Luthers These 35 bringt es auf den Punkt: „Unchristliches predigen diejenigen, die lehren, dass bei denen, die Seelen loskaufen oder Beichtbriefe erwerben wollen, keine Reue erforderlich sei.“

Auf dem heutigen Bild sieht man eine leeres Rednerpult. Darunter guckt etwa aus dem Bild heraus. Es ist die Trommel eines Revolvers. Darin stecken Zettel. „Das Rednerpult steht für das allgemeine und oftmals leere Mitteilungsbedürfnis von uns Menschen“, sagt Henning Diers dazu. In der Trommel stecken Entschuldigungen.

Als Beispiel für leere Reue, leere Worte zieht Diers Manager und Politiker heran die sich, nachdem ein Betrug aufgeflogen ist bei dem sie beteiligt waren, lediglich lapidar entschuldigen. „Ich wusste von nichts…“, „Das kann ja mal passieren…“, „Ist doch eigentlich nicht schlimm…“.

Echte Verantwortung sieht anders aus. Diese Menschen übernehmen keine Verantwortung. Unbeteiligte hingegen leiden dann oft unter dem Fehlverhalten und müssen es ausbaden. 

Luther fordert echte Reue. Keine symbolischen Handlungen. Echte Reue die aus dem Herzen kommt. Das kann man nicht bezahlen. Da kann man sich die Vergebung nur schenken lassen lassen. Und dann auch im Vertrauen auf Gott annehmen. 

Nur so wird man frei.


Bild: Thesenausschnitt und -betrachtung

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Von Ablassgnaden, sakramentaler Satisfaktion und Treibhausgas

These 34 - 21. August 2016


Denn jene Ablassgnaden betreffen nur die Strafen der sakramentalen Satisfaktion, die von Menschen festgesetzt worden sind.

Im schönen und gemütlichen Rahmen der ersten „Thesen-Radtour“ präsentierte Henning Diers sein neuestes Bild. 

In einer kurzen Andacht Arbeit der Eystruper Pastor Dr. Thies Jarecki die in dieser These wichtigen Punkte heraus:

Zum einen betreffen die Ablassstrafen nur die Strafen, die der Mensch festgelegt hat. Das hat also nichts mit der göttlichen Vergebung zu tun. (Ablassgnaden)

Zum anderen geht es in der These um die Strafen die auferlegt werden, damit man weiß das man was getan hat, und sich den Straferlass erarbeitet hat, um sich hinterher besser zu fühlen. (Sakramentale Satisfaktion)

Henning Diers setzt dies in seinem Bild anhand der grafischen Darstellung des Handels mit Emissionszertifikaten um. 

Diers: „Wenn heutzutage ein Industrieunternehmen die Umwelt durch, beispielsweise den Ausstoss von Kohlenstoffdioxid belastet, bekommt es ein sogenanntes Umweltzertifikate das zur Emission einer bestimmten Menge berechtigt. Die Verschmutzung wird politisch in einem konkreten Gebiet und einem ebensolchen Zeitraum festgelegt. Die so definierte Obergrenze wird dann schrittweise reduziert. Diese Zertifikate kosten Geld und sind frei handelbar. Kurz gesagt gibt es also einen Markt für Verschmutzungsrechte. Dabei übernehmen die Firmen mit den geringsten Reduktionskosten die Anteile deren denen die Reduktion am schwersten fällt. Das bedeutet das die Emissionsreduktion wirtschaftlich, weil kostengünstig erreicht wird.“

Der Künstler geht noch einen Schritt weiter: „Reduzieren Unternehmen ihre Emission durch den Aufbau von Solaranlagen, die irgendwo auf der Welt installiert werden, senken die Unternehmen ihren Schadstoffaustausch. Sie kaufen sich, durch die Hintertüre, ein Stückchen Freiheit. Freiheit von Kosten, von aus ihrer Sicht unnötigen finanziellen Belastungen.“ 

„So übertünchen sie ihren Schadstoffbeitrag und tun so als sei alles in bester Ordnung. Nur wer einen Blick dahinter wirft, sieht das es eben nicht in Ordnung ist.“ 

Mit dem finanziellen Aufwand kaufen sich Unternehmen also ein Stück Ablassgnaden zur eigenen sakramentalen Satisfaktion…


Bild: These 34 in Hassel - 21.08.2016

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Kirchenkunst mit dem Fahrrad entdecken

Erste Thesen Radtour war ein voller Erfolg 


Am Anfang war der Regen. Doch der blieb nicht lange. Immerhin trafen sich in Eystrup dreizehn freundliche Menschen, um sich auf die erste Thesen-Radtour zu begeben. Gut 30 Kilometer lang war die Tour die vor den Teilnehmern lag. 

Der Regen verzog sich und die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die Wolken. Sonne und Wind waren dann auch stete Begleiter der Radtour. 

Unterwegs steuerten sie die Kirchen in Wechold, Hoya und Hassel an. Hier nahmen sich die Teilnehmer Zeit, um sich mit den eigenen, aber auch mit den theologischen und künstlerischen Aspekten der bisher entstandenen Thesenbilder auseinanderzusetzen. 

Mit von der Partie war Gästeführerin Ursel Schweneker die unterwegs die Tour mit historischen Erklärungen bereicherte. Ebenfalls mit dabei und zuständig für die theologischen Ausführungen zu den einzelnen Thesen war der Eystruper Pastor Dr. Thies Jarecki. 

Künstler Henning Diers gab in seinen Erzählungen zu den Bildern einen zum Teil sehr persönlichen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. 

Den würdevollen Rahmen nutze This Jarecki dann auch gleich, um Ortrud Hecht, Vorsitzende des Kirchenvorstands Wechold, die Tafel zur „Kultur-Kirche“ zu überreichen.

Selbstverständlich gab es nicht nur theologisch, kunstvolle Kost sondern auch ein sehr gemütliches Kaffeetrinken im Wecholder Gemeindehaus, wo die Reisenden schon mit frischem Kaffee und selbstgebackenem kuchen erwartet wurden.

Mit einer Andacht und der Vorstellung des nunmehr 34. Bildes beendeten die Teilnehmer diese erste „Thesen-Radtour“ in der Hasseler Kirche, wo Pastorin Karin Haufler-Musiol noch für einen gemütlichen Abschluss mit einer kleinen kulinarischen Überraschung sorgte.

Nach dem guten Erfolg dieser Tour sind weitere Radtouren durchaus möglich, erklärten die Organisatoren. 


Hinweis: Weitere Bilder der Tour sehen Sie unter: "Galerie: Veranstaltungen"

Bild: Impressionen der "Thesen-Radtour"

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Auf zur ThesenRadtour!

Am kommenden Sonntag, 21. August sind alle Fans der Kirchenkunstaktion: „Bilder95Thesen“ eingeladen, mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour zu gehen.

Beginnend um 13.30 Uhr in Eystrup am Gemeindehaus, geht es von dort aus über Wechold und Hoya bis nach Hassel. Gästeführerin Ursel Schweneker ist mit von der Partie und weiß unterwegs sicherlich so einiges zu erzählen. Für die theologischen Hinweise ist Pastor Dr. This Jarecki zuständig. Auch der Künstler Henning Diers ist mit dabei. Unterwegs können sich die Tourteilnehmer an Kaffee und Kuchen stärken.

Wer nicht die ganze Tour mitfahren möchte, kann sich in Wechold gegen 15 Uhr und in Hoya um zirka 16.30 Uhr der Tour anschließen. Hassel wird etwa um 17.30 Uhr erreicht. Hier dürfen sich die Beteiligten auf das neueste Thesenbild und eine Andacht freuen. 

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Bild: Anette Steuer

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Am Abgrund…

Zur 33. These


Ein Mann steht am Abgrund. Hinter ihm geht es steil bergabwärts. Er hält sich an einer Art Seil fest. Schaut man genau hin, erkennt man, dass das Seil aus Geldscheinen besteht. Die Scheine werden dabei von einem Pechstreifen zusammengehalten.

"Hält das?", mag sich mancher Betrachter gefragt haben, als er vor dem neuesten Thesenbild stand. 

Im Kulturgottesdienst in Hoyerhagen stellte Henning Diers sein aktuelles Kunstwerk vor. Das Thema des Gottesdienstes rankte sich um „Hände".

Beginnend mit dem alten Klassiker „Sind so kleine Hände…“ aus dem Jahre 1979, von Bettina Wegner, begann ein Abend rund um Hände und deren helfende, heilende aber auch zerstörerische und tödlichen Möglichkeiten.

Da passt es ganz gut das sich dieser Mensch auf dem Bild zur 33. These scheinbar verzweifelt an Geld festklammert, was sich letztlich doch als Trugschluss herausstellen sollte…

…hinter dem Menschen schwebt die Hand eines anderen. „Der Auferstandene hält seine Hand helfend den Menschen hin. Er ist der einzige der Sicherheit schenken kann“, so Diers.

Hilfe, Versöhnung mit Gott und ewiges Leben kann man nicht kaufen. Nie. Diese unermesslich wertvollen Gaben sind Geschenke Gottes an uns Menschen. 

Das stellte Luther in eben dieser, 33. These, unmissverständlich fest:

„Ganz besonders in Acht nehmen muss man sich vor denen, die sagen, jene Ablässe des Papstes seien jenes unschätzbare Geschenk Gottes, durch das der Mensch mit Gott versöhnt werde.“

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Bild: Bildausschnitt These 33

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