BILDER95THESEN

95 Bilder in 95 Wochen zu 95 Thesen: Das ist die Kirchenkunst-Aktion des Künstlers Henning Diers. Beginnend in den Kirchen der Samtgemeinde Hoya und in Haßbergen, wächst dieses Kunstwerk in die Welt.

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Die These und die sieben Eichen

These 50

Im herbstlichen Schatten von sieben Eichen kamen jetzt gut 30 interessierte Gäste im Rahmen des „Lebendigen Adventskalender“ zusammen. Bei dieser Aktion laden jeweils täglich verschiedene Personen in der Adventszeit jeweils zu einer kurzen, besinnlichen Veranstaltung bei sich zuhause ein. Diesmal luden die Organisatoren der Kirchenkunst-Aktion „Bilder95Thesen“ ein. So stand folgerichtig das neueste Bild des Hasseler Künstlers Hennig Diers im Mittelpunkt der gemütlichen Runde. 

Nach der Begrüßung wurde die Kunstaktion den Zuhörern noch einmal nahe gebracht. Immerhin handelt es sich hier um ein bundesweit einmaliges Projekt zum Reformationsjubiläum. Entsteht doch durch die Hand des Künstlers Henning Diers, seit Jahresbeginn 2016, in jeder Woche ein neues Bild das sich an den 95 weltberühmten Thesen des Theologen Dr. Martin Luther orientiert. Diesmal ging es um den Text der 50. These: 

„Man muss die Christen lehren: Wenn der Papst das Geldeintreiben der Ablassprediger kennte, wäre es ihm lieber, dass die Basilika des Heiligen Petrus in Schutt und Asche sinkt als dass sie erbaut wird aus Haut, Fleisch und Knochen seiner Schafe.“

Henning Diers visualisierte diesen Text indem er auf dem Bild den Petersdom in Rom zeigt, ein sehr wackeliges Gerüst und einen Papst der, bedingt durch eine Art übergroße Halskrause, nicht nach unten gucken kann. 

„Der Papst wusste seinerzeit zwar von dem Ablasshandel, war dieser doch von ihm initiiert, aber es steht zu vermuten, dass er über die Art und Weise mit der der Handel lief nicht informiert war“, erklärt Diers. „Die Ablasshändler legten sich mächtig ins Zeug, immerhin verdienten sie ja auch mit daran, aber sie spielten immer mit der Angst der Gläubigen vor dem Fegefeuer.“ Das führte oftmals dazu das sich die Menschen den Ablasskauf regelrecht vom Munde absparten. „Sie opferten Geld das sie eigentlich zum leben dringend nötig hatten.“ Dieses Treiben das sich sozusagen an vorderster Front, in den Dörfern abspielte, sah der Papst im fernen Rom nicht. 

Unten rechts im Bild sieht man den Bischof von Myra: Nikolaus. Von ihm geht, unter anderem, die Sage das er die Stadt Myra rettete indem er den Kirchenschatz einsetzte und die Menschen von Piraterie freikaufte. In diesem Zusammenhang beschaffte der Bischof mit dem Kirchengold auch noch Getreide, um die Menschen der Stadt aus großer Hungersnot zu retten.

Bei Lagerfeuer und Kerzenschein hörten die Teilnehmer des „Lebendigen Adventskalender“ auch die Geschichte des Nikolaus und wie er die Stadt rettete.

Im Anschluss nutzen die Besucher noch die Gelegenheit für einen Apfelpunsch oder Glühwein und den einen oder anderen Keks. Dabei ergaben sich, in der geselligen Runde eine Reihe guter Gespräche die sich über Kunst, Gott und die Welt drehten.

Bild: Zur These 50

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Das kann doch wohl nicht sein, oder?

These 49:

„Man muss die Christen lehren: Die Ablässe des Papstes sind nützlich, wenn die Christen nicht auf sie vertrauen, aber ganz und gar schädlich, wenn sie dadurch die Gottesfurcht verlieren.“


Wie bitte? Ablässe sind nützlich? Wenn die Christen nicht auf sie vertrauen? 

Moment.

Ablässe sind nützlich? Ja, wenn man sich den Papst und sein Bauwerk, den Petersdom, vorstellt. Mit der Kohle vom Ablasshandel lässt sich nämlich der Bau prima finanzieren. Und dann wäre da noch die, vielleicht auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmutende Idee, dass eine Kirche ein Versammlungsort für die Christen ist, wo sie Gottes Wort hören können. So weit , so gut.

Wenn die Christen nicht auf sie vertrauen? Stellt euch mal vor: Damals war das Fegefeuer eine vollkommene natürlich Stufe auf dem Weg zum Himmel. Die Menschen hörten in den Predigten nichts anders. Sie mussten einen frommen Lebenswandel an den Tag legen, um überhaupt eine Chance auf den Himmel und somit auf ewiges Leben zu haben. Sie lebten in ständiger Furcht vor dem nächsten Fehltritt und somit vor der fiesen Zeit im Fegefeuer. Die Menschen hatten Angst. Und jetzt kommt meine nächste (vielleicht) schräge Theorie: Könnte die Angst vor der Sünde nicht auch (eich Stück weit) dazu geführt haben das man eben achtsamer im Umgang mit seinen Mitmenschen ist? Guckt mal heute in die sogenannten sozialen Netzwerke und wie da zum Teil miteinander umgegangen wird. Für das brutale, rücksichtslose  Verhalten gibt es mittlerweile auch schon den Begriff hate speech (Hassrede), den Wikipedia wie folgt definiert: 

„Der Begriff Hassrede (Lehnübersetzung des englischen hate speech) bezeichnet sprachliche Ausdrucksweisen von Hass mit dem Ziel der Herabsetzung und Verunglimpfung bestimmter Personen oder Personengruppen.“ 

Ist das jetzt ein liebevoller Umgang miteinander? Nein. Warum nicht? Man hat (vordergründig) im Internet so etwas wie Anonymität. Keine Kontakt mit dem Menschen den man da diffamiert. Im Mittelalter gab es kein Facebook (Gott sein dank, finde ich), da musste man noch miteinander reden. Und wenn man jetzt Angst vor (vermeintlich himmlischer) Strafe hatte, riss man sich eben zusammen und wünschte seinem gegenüber eher einen „Guten Tag“, als den Tot an den Hals. So einfach geht das. 

Die Bibel lehrt uns das es Vergebung Gottes gibt. Auch wer andere mit Hassreden überfällt, seine Sünde dann aufrichtig bereut, findet bei Gott Vergebung! 

Also, sollen die Christen auf Gott vertrauen und nicht auf den Ablass. So!


Doch blöd, oder eben ganz und gar schädlich wird es, wenn die Christen nun doch Ablass kaufen und dann der Meinung sind sie könnten sich nun völlig ungestraft dämlich verhalten und willentlich und vorsätzlich sündigen was der Ablass hergibt. Wer das macht, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. 

In der Bibel findet sich dazu beispielsweise folgendes:

Jakobus 4, 17:  Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.

Matthäus 25, 46: Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben

Ich vertraue dann mal lieber auf Gott…


Dann machen wir uns doch mal auf den Weg und gestalten unser Leben sinnvoll.

Schmeißen wir die Vespa an, setzen den Helm auf und starten...

 

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Bild: Bildausschnitt These 49

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Ein paar gute Gedanken

These 48:

„Man muss die Christen lehren: Wie der Papst es stärker braucht, so wünscht er sich beim Gewähren von Ablässen lieber für sich ein frommes Gebet als bereitwillig gezahltes Geld.“

Pastorin Friederike Werber lässt uns an ihren Gedanken zu der These teilhaben:

„In These 48 ist Luther ganz schön mutig mit seiner Behauptung, dass der Papst sich viel eher ein frommes Gebet von den Menschen wünscht als ihr Geld. Vom jetzigen Papst Franziskus kann ich mir das sofort vorstellen, aber vom damaligen Renaissance-Papst, der seinen Petersdom bauen wollte, eher weniger. Und was er mehr braucht?

Ohne Geld geht ja anscheinend gar nichts. Auch keine Präsidentenwahl, woran Henning Diers eindrucksvoll mit seinem Bild erinnert, wenn er unten die Summen aufführt, die in den USA angeblich bereitwillig für die beiden Kandidaten gezahlt wurden - wobei der mit der geringeren Spendensumme gewonnen hat. Aber vermutlich, weil er genügend eigene Mittel aufbringen konnte.

Ganz ohne bereitwillig gezahltes Geld gibt es aber auch keine Hilfe für Bedürftige. Das erinnert mich an die alte Mönchsregel Ora et labora - bete und arbeite. Beides ist wichtig. Oder wie Luther sagt: "Bete, als ob alles Arbeiten nichts nützt, und arbeite, als ob alles Beten nichts nützt." Beides. Denn Beten heißt, um die eigenen Grenzen wissen und in Gottes Hände legen, was in meinen nicht ist. Und die Welt mit guten Gedanken verändern, denn wenn ich für jemand bete, werde ich ihn schwerlich bekriegen.“


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Das ist doch klar, oder...

These 47

Also, t’schuldigung: Ich kann es drehen und wenden wie ich will… Diese These scheint mir sehr eindeutig.

Nichts muss, aber wer will kann.
Aber, wer will schon, wenn er nicht muss?

Wollen wir uns wirklich in Dinge investieren die sinnentleert sind?
Wollen wir unsere Zeit verschwenden?
Wollen wir sinnlos Geld ausgeben?
Wollen wir uns verschwenden?

Wenn wir ehrlich sind wollen wir doch alle eigentlich nur die Dingen tun, von denen wir überzeugt sind das sie Sinn machen. Wenn sie dann noch Spaß machen und uns erfüllen; umso besser.

Also, mal im Ernst: Warum Geld für Ablassbriefe verschwenden? 

Was sind deine "Ablassbriefe"?

These 47
"Man muss die Christen lehren: Ablasskauf steht frei, ist nicht geboten."
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Von Kochpötten und "Fegefeuerfrei"

Zur These 46


Liebe Thesenfans, 
momentan kann ich leider aus verschiedenen Gründen nicht bei den Thesen-Veranstaltungen teilnehmen. Das ist nicht schlimm, denn Henning Diers ist der Künstler. Aber so kommt es derzeit zu Unregelmäßigkeiten bei der Veröffentlichung der Texte zu den Thesen. Dies bitte ich zu entschuldigen.
Auch auf die Bilder müssen sie sich leider noch ein bisschen gedulden. Aber sie werden hier zu sehen sein.

Trotzdem möchte ich hier mit Ihnen meine Gedanken teilen.  Die Bilder werde ich nachreichen.

Die These 46 ist eigentlich ganz einfach: 
Man muss die Christen lehren: Wenn sie nicht im Überfluss schwimmen, sind sie verpflichtet, das für ihre Haushaltung Notwendige aufzubewahren und keinesfalls für Ablässe zu vergeuden.“

Von meinen Eltern habe ich gelernt das man nur das Geld ausgeben kann was man hat. Sie können sich vorstellen was das für mich hieß wenn ich mit einer guten Freundin am Kiosk stand und mein Taschengeld nicht für die von mir angepeilte Menge Schokolade reichte. Wenn dann das freundliche Angebot kam: "Ich kann dir was leihen." Dann war ich schnell bereit das Angebot anzunehmen. Schokoladen-Schuld, sozusagen. Ich habe natürlich zurückgezahlt. Auch wenn es mir manchmal im Portemonnaie wehtat. Das Taschengeld wird ja nicht mehr, bloß weil ich Schokolade zurückzahlen muss...
Seit dieser Zeit weiß ich wie einfach es ist Schulden zu machen. 
Werfen Sie mal einen Blick in die Werbung die die Briefkästen förmlich überschwemmt. Bei manchen Firmen weiß man gar nicht mehr ob die angegebenen Preise die monatliche Rate oder der Barpreis ist. 
Nullkommanix ist dabei der (angeblich) beliebte Zins. Das verlockt. Schnell ist heute in so ziemlich allen Geschäften ein Kreditvertrag unterschrieben. Doch für was?
Es kann im Leben immer Situationen und Momente geben wo man finanzielle Hilfe braucht. Für wichtige Dinge. Aber leichtfertig einen Kredit aufnehmen? Nein, besser nicht!
Wer mal eben schnell einen Kredit aufnimmt für das "52-teilige Supermegakochtopf-Set" in grünblaugestreift, weil es gerade zur Krawatte passt, handelt nicht unbedingt weise, oder? Besonders wenn hinterher kein Geld mehr für Kochzutaten da ist. Das ist nicht verantwortungsbewusst. 
Schaufelt man dagegen das Geld mit einem Schneeschieber ständig von links nach rechts, fällt der Kauf eines solche Topf-Sets wohl gar nicht ins Gewicht. Das nennt Mandant Überfluss. 

Damals gab es statt Kochpötte "Fegefeuerfrei" zu kaufen. 
Viele sparten sich das Geld für den Ablass förmlich vom Mund ab. Sie verzichteten auf Lebensmittel, oder gar auf einen neuen Kochpott. Die gab's damals nämlich auch schon. Auf der ohnehin schon kargen Speisekarte vieler Menschen stand dann eben noch weniger. Bloß aus Angst vor dem Fegefeuer. Aus Angst zu sündigen oder gesündigt zu haben. Aus Angst und falscher geistlicher Predigt.
"Fegefeuerfrei" ist verantwortungslos. 
Man soll die Christen lehren: Sich mit Liebe und Weisheit um ihre nächsten zu kümmern. So. 



PS: Aber Schokolade darf man sich ab und an mal gönnen. Aber beachten Sie die Packungsbeilage und fragen ihren örtlichen Schokoladenhändler oder Ernährungsberater. 
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„Können wir den gar nichts tun?“

These 45

Bücken - 8. Nov. 2016


Für Henning Diers begann das Bild zur 45. These mit einem Bild das in einer großen Tageszeitung abgebildet war. In der Berichterstattung sah man auf dem Bild, zur Lage in kriegsgebeutelten Aleppo, wie Menschen in den Kriegstrümmern nach Überlebenden suchen. Vor einem der Helfer ragte ein Kinderfuß aus dem Schutt auf…

Verstörend und doch Realität. Leider. Und unfassbar, aber doch wahr. 

Henning fragt in einem Satz auf der Bildrückseite: „Können wir den gar nichts tun?“

Der Krieg in Aleppo ist so weit weg und kommt doch jeden Tag über das Fernsehen oder Internet direkt in unser Stuben. 

Ein andere Szene machte mich (die Autorin dieser Zeilen) wiederum sehr betroffen: In einer deutschen Bankfiliale bricht ein Mann zusammen. Vier Passanten sehen den Mann dort liegen und steigen über ihn hinweg. Keiner hilft. Erst der Fünfte holte Hilfe. Der kollabierte Rentner kommt in ein Krankenhaus wo er letztlich stirbt.

Die Welt im Jahr 2016…

„Können wir den gar nichts tun?“

Luther schreibt in seiner 45. These: „Man muss die Christen lehren: Wer einen Bedürftigen sieht, sich nicht um ihn kümmert und für Ablässe etwas gibt, der erwirbt sich nicht Ablässe des Papstes, sondern Gottes Verachtung.“

Schon in der These sehen wir zwei Dinge Hand in Hand gehen: das „Sich-kümmern“ und Gottes Meinung dazu. 

Man kann sich von der Verantwortung anderen Menschen gegenüber nicht freikaufen. Betrachten wir nochmal das Geschehen in der Bank. Der hilflose Mann wird missachtet. Menschen steigen über die Person hinweg. Das heißt sie müssen sie gesehen haben. Sie müssen willentlich darüber hinweg gehen. Sie sind unterwegs um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Geld, Kontoauszüge und Überweisungen sind wichtiger als die reale Hilfe für eine unbezahlbaren Menschen. 

Erinnern sie sich noch aus dem Konfirmandenunterricht an die Geschichte mit dem barmherzigen Samariter? Jesus erzählte davon, als ihn ein  Schriftgelehrter fragt was er den tun müsste um das ewige Leben zu bekommen.  Christus verwies zuerst auf das höchste Gebot in der Bibel (Lukas 10,27): "Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken lieben.´ Und: `Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." 

Der Schriftgelehrte fragte dann wer denn der Nächste sei... Und Jesus erklärt das sehr eindrücklich (Nachzulesen in Lukas 10, 30-37):

"Ein Mann wanderte von Jerusalem nach Jericho. Unterwegs wurde er von Räubern überfallen. Sie schlugen ihn zusammen, raubten ihn aus und ließen ihn halb tot liegen. Dann machten sie sich davon. Zufällig kam bald darauf ein Priester vorbei. Er sah den Mann liegen und ging schnell auf der anderen Straßenseite weiter. Genauso verhielt sich ein Tempeldiener. Er sah zwar den verletzten Mann, aber er blieb nicht stehen, sondern machte einen großen Bogen um ihn. Dann kam einer der verachteten Samariter vorbei. Als er den Verletzten sah, hatte er Mitleid mit ihm. Er beugte sich zu ihm hinunter, behandelte seine Wunden mit Öl und Wein und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier und brachte ihn in den nächsten Gasthof, wo er den Kranken besser pflegen und versorgen konnte. Als er am nächsten Tag weiterreisen musste, gab er dem Wirt zwei Silberstücke und bat ihn: 'Pflege den Mann gesund! Sollte das Geld nicht reichen, werde ich dir den Rest auf meiner Rückreise bezahlen!' Was meinst du?", fragte Jesus jetzt den Schriftgelehrten. "Welcher von den dreien hat an dem Überfallenen als Mitmensch gehandelt?" Der Schriftgelehrte erwiderte: "Natürlich der Mann, der ihm geholfen hat." "Dann geh und folge seinem Beispiel!", forderte Jesus ihn auf.

„Können wir den gar nichts tun?“

„Doch!“

Also, sehen wir doch hin, wenn jemand unsere Hilfe braucht. Helfen wir, packen wir mit an. Das beginnt bei so „kleinen und einfachen Dingen“ wie beispielsweise zuhören, oder einfach mal jemandem eine Tasche tragen helfen (Vorher aber bitte fragen!!) und reicht bis zum Erste-Hilfe Lehrgang… Es gibt Abermillionen Ideen. 

Werden wir aktiv, weil der andere Mensch es wert ist!

Und wenn der Moment kommt bei dem wir uns vielleicht nicht selber trauen zuzupacken, ist das auch nicht schlimm. Trotzdem können wir maßgeblich Hilfe leisten, indem wir die Profis von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr holen. 

Setzten Sie einen Notruf ab: "Schauen Sie hin! Wählen Sie 110 oder 112 und retten Sie das Leben Ihrer Mitmenschen.“

In Matthäus 25, 40 steht: "Und der König (Gott) wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."


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Bild: Rückseite Thesenbild 45

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Bergfest: Vortrag mit Landesbischof i. R. Horst Hirschler

Wann?
18.11.2016, 18:00 Uhr
Was?
Medium
Bild: Einladungskarte: Pastor Andreas Ruh
Liebe Freunde, Sponsoren, Ratgeber, Wegweiser, Besucher und Begleiter durch 95 Wochen, 95 Bilder und 95 Thesen.
Die Hälfte des Weges ist erreicht.
Wir laden Sie herzlich ein, mit uns Bergfest zu feiern.

Freitag, 18. November, 18.00 Uhr

im Evangelischen Gemeindezentrum Hoya, Von-Staffhorst-Str. 7.
Zu Gast ist Landesbischof i. R. Horst Hirschler, der uns die Bedeutung Martin Luthers für unsere Gegenwart nahe bringen wird.

Der Künstler Henning Diers zieht an diesem Abend eine Halbzeitbilanz. Im Anschluss an den Vortrag treffen wir uns zu Gesprächen bei Käse, Brot und Wein.

Ihre Kirchengemeinden in Bücken, Eitzendorf, Eystrup, Haßbergen, Hassel, Hoya, Hoyerhagen, Magelsen und Wechold
Wo?
Martin-Luther-Kirche
Von-Staffhorst-Str. 7
27318 Hoya
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Die These die von oben kam

These 44

Georgsmarienhütte (Patengemeinde) - 31. Okt. 2016

Auf den ersten Blick ist beim heutigen Gottesdienst zur Reformation in Georgsmarienhütte alles wie immer. Sieht man mal davon ab das im Altarbereich ein merkwürdiges Konstrukt rumsteht. 

Pastor Johannes Feisthauer kann heute weit über hundert Besucher in der König-Christus-Kirche begrüßen. In der Begrüßung erwähnt der Pastor noch zwei Gäste. Einen Künstler und eine Fotografin. So weit so gut. 

Dem geneigten Besucher ist bekannt das es heute im Laufe der Reformatinsfeier auch um Kunst gehen soll. Aber wo ist der Künstler eigentlich?

Die beiden Posaunenchöre legen gekonnt los und von der Orgelempore erschallt alsbald die Orgel und vermischt sich wundervoll mit dem Gesang der Gottesdienstbesucher. 

Der eine oder andere mag sich fragen was den nun aus dieser angekündigten Kirchenkunstaktion geworden ist….

Der Gottesdienst nimmt seinen festlichen Verlauf. 

Einzig eine Frau, behängt mit zum Teil zwei Kameras kann nicht stillsitzen. „Aha, das ist dann wohl die Fotografin“, denkt sich sicher mancher in Kirche. „Aber wo ist den nun der Künstler…?“

Pastor Feisthauer predigt über einen Werbespruch: „Freust Du Dich auf die beste Zukunft Deines Lebens?“ Feisthauer nutzt in seiner Predigt diese Metapher um sich der These 44 zu nähern. Der Werbespruch stammt von einem Mobilfunkanbieter und weist auf die zukünftigen Möglichkeiten des mobilen Internet hin. „Aber um das nutzen zu können muss ich Geld ausgegeben“, so Feisthauer. „Geld das ich erstmal nicht habe. Ich muss arbeiten, um mir diese Art der Zukunft leisten zu können. Für die tolle Zukunft muss ich mich also krumm machen.“ Und weiter: „Ich habe es in der Hand. Es kommt darauf an, was du tust. Mit deinen Werken gestaltest du Zukunft. Du kannst es dir leisten.“ Johannes Feisthauer schlägt einen Bogen in Mittelalter: „Damals ging es um existenzielle Fragen“ und fügt verschmitzt hinzu: „Nicht um mobiles Internet.“

Seinerzeit lebte man mit der Hoffnung auf die nahe Gottesherrschaft und das gegenwärtige Leiden ertragen werden können, in der Gewissheit, dass Gott die Lebenden von den Toten erweckt. Hoffnung war die Devise. Keine Gewissheit. Hörten die Menschen damals doch immer wieder von der Kanzel das sie gehorsam sein müssten, gute Werke verbesserten die Chancen auf Erlösung. Da ist es wieder: „Du hast es in der Hand.“

Doch dann kam Christus. Er der von Gott gesandte war von etwas anderem erfüllt, als Leistung. Seinen Auftrag findet sich am besten in Johannes 3, 16+17: 

„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“

„Jesus veränderte alles!“ stellt Pastor Feisthauer klar. 

In der Bibel findet sich dazu eine eindeutige Aussage: 

„Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.“ (1. Johannes 4,10)

„Und nur durch die Liebe Christi, in uns, kann neue Liebe entstehen“, so der Pastor. 

Und der Künstler? Die Kunst? 

Dem aufmerksamen Betrachter ist nicht entgangen, dass irgendetwas von der Orgelempore herunterkommt. Es ist ein Bild!

Im Laufe der Predigt malte Henning Diers das Bild zur These 44 auf ein langes Stück Leinwand und ließ dieses Bild Stück für Stück sichtbar werden. Es wuchs in den Gottesdienst. Und dann verschwand es in dem ominösen Kasten der unter der Empore steht….

Zum Ende des Gottesdienstes hin verlöscht das Licht.

Dann erstrahlt das Bild in dem Kasten. In dem Umriss einer stilisierten Jesusfigur sind Strahlen erkennbar, eine Hand, helle freundliche Farben bilden das Gemälde ab. 

„Liebe strahlt nach außen. Liebe wächst“, sagt Diers dazu. „Liebe wird liebevolle Tatkraft. Eine Hand die offen ist.“


These 44:

„Denn durch ein Werk der Liebe wächst die Liebe, und der Mensch wird besser. Aber durch Ablässe wird er nicht besser, sondern nur freier von der Strafe“


Nach dem Gottesdienst zerschnitt Henning Diers das Bild - aber nur, um es auf eine passende rahmengrößte zu bringen. Der Ausschnitt wurde dann auf den vorbereiteten Rahmen aufgebracht… Unter der wachsamen Augen interessierter Gottesdienstbesucher, die sich noch Autogramme und Bildreste sicherten.

Bild: Weitere Bilder in der Veranstaltungsgalerie

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Reformations-Gottesdienst "9 aus 44"

Text: Dr. Thies Jarecki

Unter der Überschrift "Neun aus 44 feierten" die neun
evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden rund um Hoya (Bücken, Eitzendorf,
Eystrup, Haßbergen, Hassel, Hoya, Hoyerhagen, Magelsen und Wechold, alle
Kirchenkreis Syke-Hoya), in denen seit Januar das Projekt BILDER95THESEN
läuft, gemeinsam am Montag Abend einen Reformationstagsgottesdienst in der
Eystruper Kirche. Ehren- und Hauptamtliche aus allen beteiligten Gemeinde
stellten eins der Bilder vor, die der Künstler Henning Diers seit Januar
diesen Jahres und bis Oktober 2017 jede Woche fortlaufend für eine der
Kirchen zu den 95 Thesen Martin Luthers malt.

Zum Start in das große Jubiläumsjahr erlebte die Projektgemeinde wie weit
dieser besondere Weg eines gemeinsamen Reformationsgedenken schon gediehen
ist und was die Weggenossen auf 'ihren' Bildern sehen. Sicht- und hörbar
wurde die Gemeinsamkeit auch durch den Spontanchor mit Sängerinnen und
Sängern aus Eitzendorf, Wechold, Hoyerhagen und Eystrup unter der Leitung
von Gaby Baum und Pastorin Friederike Werber. Nach dem Gottesdienst
entdeckten die Besucher viele Details auf den im Altarraum in einträchtiger
Runde versammelten. Alle 95 Bilder werden am 29.10 2017 in einem
Gottesdienst in Wechold zu einem Gesamtbild zusammengeführt. Als nächsten
Höhepunkt freuen sich alle Beteiligten auf das Bergfest am 18. 11. um 18 Uhr
in der Martin-Luther Kirche in Hoya mit einem Vortrag vom Loccumer Abt
Altlandesbischof Horst Hirschler.
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Eindrücke vom Gottesdienst "Neun aus 44" in Eystrup:

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Bild: Martin Böckmann, Eystrup

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